Vier Fragen an Martin Waser

Der Spitalratspräsident des USZ im Kurzinterview

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1) Welche Rolle haben Sie im Projekt Berthold?

MW: Als Präsident des Spitalrats des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) bin ich unter anderem verantwortlich für dessen strategische Ausrichtung. Wohin soll das USZ in den kommenden Jahren gehen? Wie setzen wir den Fortschritt der universitären Medizin in der Forschung und der Versorgung um? Und nicht zuletzt: Welche Infrastruktur brauchen wir dafür? Diese Fragen müssen wir beantworten. Im Rahmen von Berthold wird das Haus für die Medizin von morgen gebaut! Und es ist eine meiner Aufgaben, für die Infrastruktur zu sorgen, die es ermöglicht, dass die universitäre Medizin am Standort Zürich auch künftig zur Weltspitze gehört.


2) Sie sind seit sechs Monaten Spitalratspräsident des USZ und damit noch nicht lange an Bord. Was ist Ihr Eindruck vom Projekt Berthold?

MW: Ich war schon als Stadtrat gut über die Planung informiert. Der Film zum Hochschulgebiet Zürich Zentrum zeigt sehr eindrücklich, wie sich das Hochschulquartier in den kommenden Jahren verändern wird. Die Reaktionen des Publikums, das mit «Oh» und «Ah» auf die Neubauten reagiert, kann ich sehr gut nachvollziehen. Wir arbeiten hier im Wortsinn an einem Generationenprojekt, das aber auch stark in der Tradition des Gesundheitsstandorts Zürich verankert ist – schon der Name, der auf den Gründer des ersten Spitals in Zürich zurückgeht, zeigt das. Wir stehen noch am Anfang des Projekts. Der Rückhalt von Stadt, Kanton und den beteiligten Institutionen gibt viel Zuversicht, dass Berthold ein Erfolg wird.


3) Warum ist die räumliche Nähe zu den Hochschulen so wichtig für das Unispital?

MW: Kürzlich habe ich an einem Anlass zur Hochschulmedizin in der Aula der Universität gesagt, dass die Uni, das USZ und die ETH noch viel zusammen erreichen können. Ich bin überzeugt davon, dass diese drei Institutionen ein grosses innovatives Potenzial besitzen; dieses Potenzial steckt in der engen Zusammenarbeit. Innovationen sind aber nur bedingt planbar, sondern geschehen oft spontan. Und für Spontanität braucht es die Nähe des Gesprächs oder des gemeinsamen Denkens, das geht nicht oder weniger ergiebig per Mail, Skype und Telefon.


4) Mit dem Projekt Berthold bleibt die universitäre Medizin im Herzen von Zürich erhalten. Inwiefern nützt ein Universitätsspital mitten in der Stadt dem Standort Zürich?

MW: Das USZ bietet nicht nur hochspezialisierte Medizin an. Viele unserer Leistungen gehören zur Grundversorgung. Wir sind deshalb auch ein Spital für alle; wir sind «am Puls der Stadt», wie es in unserer Markenkampagne heisst. Wir übernehmen diese Aufgabe sehr gerne, nicht nur für die Bevölkerung von Zürich, sondern auch, weil wir einen Weiterbildungsauftrag für Assistenzärzte haben, und dieser umfasst selbstverständlich nicht nur Spitzenmedizin. Darüber hinaus schafft das USZ gemeinsam mit UZH und ETH einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen für den Standort Zürich. Unser Kanton muss die Wissenschaft und die Forschung in seiner Mitte entwickeln. Am selben Ort sind Hochschulen und Spital nur in der Stadt zu haben. Darum sind der Standortentscheid und die eingeschlagene Entwicklungsplanung richtig.