Regel­werk für qualitäts­volle Weiter­entwicklung

Das Weissbuch HGZZ liegt vor. Es ist ein wichtiges Instrument zur langfristigen Quali­täts­sicherung.

Im März dieses Jahres haben Kanton und Stadt Zürich sowie UniversitätsSpital Zürich, Universität Zürich und ETH Zürich das Weissbuch HGZZ unterzeichnet. Sie bekennen sich damit verbindlich zu den darin festgehaltenen Grundsätzen.

Nun liegt es vor, digital und auf Papier: das mit Spannung erwartete «Weissbuch». Mit Spannung erwartet deshalb, weil darin zusammenfliesst, was Politik, universitäre Institutionen, Fachleute und Bevölkerung in den letzten Jahren als Prinzipien einer guten Entwicklung des Hochschulgebiets zusammen erarbeitet haben: Leitlinien und Ideen für ein zentrales Gebiet der Stadt, das sich noch viel mehr zu einem attraktiven, gut vernetzten und somit lebendigen Teil von Zürich entwickeln soll. Es enthält verbindliche Vorgaben für Architekturwettbewerbe, für die Gestaltung von öffentlichen Stadträumen, für den Verkehr und für vielfältige öffentliche Nutzungen.

Das Weissbuch ist – wie das gesamte Projekt HGZZ (Hochschulgebiet Zürich Zentrum) – eine Koproduktion von Kanton und Stadt sowie von Unispital, Universität und ETH. Damit haben sich alle fünf Projektpartner/innen zu einer gemeinsamen Planung und qualitätsvollen Weiterentwicklung des HGZZ verpflichtet entlang von gemeinsamen Regeln, Leitlinien und Ideen. Diese Grundsätze sollen dazu dienen, die Erfolgsgeschichte Hochschulgebiet fortzuschreiben und noch stärker mit ihrem städtischen Umfeld und mit den Quartieren, von denen das HGZZ Teil ist, zu verknüpfen.

Weiterentwicklung des Stadtraumkonzepts

Das Herzstück des Weissbuchs ist jenes Stadtraumkonzept, das 2017 in einem aufwändigen Verfahren erarbeitet wurde. Stadträume sind jene Flächen, die sich zwischen den Gebäuden befinden. Im Stadtraumkonzept geht es nicht nur darum, wo Frei- und Grünräume geschaffen werden. Es wird zudem mehr davon und in hoher Qualität und Zugänglichkeit geben. Stadtraum entsteht auch, wenn Strassen neu interpretiert werden. Wenn sie nicht als reine Verkehrsachsen angesehen werden, sondern als Zonen der Begegnung und der Kommunikation, wo Menschen sich aufhalten und austauschen können.

Zeitgemässer Stadtraum entsteht, wenn öffentliche Nutzungen – Läden, Cafés, Dienstleistungen, kulturelle Angebote – entstehen können. Neben Nutzungen für Angehörige und Kunden der Institutionen soll es im HGZZ auch solche geben, die für die ganze Bevölkerung offenstehen. Stadtraum ist dann qualitätsvoll, wenn er eng und intelligent verwoben ist, innerhalb des HGZZ und auch durch Baufelder hindurch sowie mit den Quartieren.

Attraktive Freiräume und Durchlässigkeit

Das Weissbuch hält nicht nur diese Regeln und Prinzipien fest, es macht auch anschauliche Aussagen, wie und wo solche Stadträume entstehen können. So sind sieben «Freiraumtypen» dargestellt: Der «Gloriapark» als grünes Herz des HGZZ; die «Parkschale», die diesen Park mit den wichtigsten Strassenräumen Gloria- und Rämistrasse verbindet und im Zentrum einen pulsierenden Knotenpunkt schafft. Die vielen kulturellen Angebote, insbesondere entlang der Rämistrasse, sollen als «Kulturmeile» gefasst werden, die bereits am Heimplatz beginnt. Im oberen Teil des HGZZ soll mit der Sternwartstrasse ein völlig neuer Stadtraum entstehen, der sich weit in die Quartiere fortsetzt.

Das Weissbuch zeigt ferner die Freiraumtypen «Gloriakaskade» mit ihren attraktiven Vorzonen, «Stadtbalkone und Gartensequenz» als durchlässiges, für mehr Langsamverkehr geöffnetes Bindeglied zur Altstadt und die «Sternwartkaskade» als Ein- und Aufstieg vom Central her. Zusammen ergibt sich ein Gerüst, das die alten und die geplanten neuen Gebäude im Hochschulgebiet um- und durchwächst, je weiter die bauliche Entwicklung voranschreitet.

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1) Gloripark, 2) Parkschale, 3) Gloriakaskade,4) Kulturmeil, 5) Sternwartkaskade, 6) Sternwartstrasse, 7) Stadtbalkone und Gartensequenz

Gut vernetzt und erreichbar

Das Weissbuch ist aber noch mehr als ein Stadtraumkonzept. Es enthält ein Mobilitätskonzept, das aufzeigt, wie der Verkehr auf eine nachhaltige Weise mit dem Wachstum schritthalten kann, ob mittels Ausbau von ÖV, Velo- oder Fussverkehr. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs soll nicht zunehmen. Das HGZZ soll nicht nur gut und angenehm erreichbar bleiben, der Verkehr soll sich immer besser in den Stadtraum integrieren. Ausserdem macht das Weissbuch Aussagen zu Entwicklungsachsen, temporären Freiräumen und Zwischennutzungen und einigem mehr.

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Autos werden aus dem Hochschulgebiet nicht ganz verschwinden, aber die Strassenräume werden attraktiver.

 

Ausstellung im Inforaum Hochschulgebiet Zürich Zentrum

Der Inforaum in der Alten Anatomie des USZ bietet einen Einblick in das Generationenprojekt HGZZ. Das Stadtraumkonzept und das Weissbuch werden dort ebenfalls präsentiert. Vom Weissbuch liegen Printexemplare zur Ansicht und Mitnahme auf.

Das Weissbuch Hochschulgebiet Zürich Zentrum in elektronischer Form finden Sie hier.